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Radio Hamburg

Nach der Elternzeit wieder On Air

Anke ist zurück am Mikrofon!

Hamburg, 12.03.2018
Anke Hanisch, Moderatorenfoto 2018

Anke nach ihrer Elternzeit wieder zurück bei Radio Hamburg.

Wir freuen uns riesig, denn Anke Hanisch ist nach ihrer Elternzeit wieder zurück im Studio. Was sie im letzten Jahr erlebt hat, verrät sie euch in ihrer ersten Woche.

Trommelwirbel! Unsere Anke Hanisch ist wieder zurück hinterm Mikrofon. Nach etwas mehr als einem Jahr Elternzeit steht Anke wieder im Radio Hamburg Studio und bringt euch ab jetzt mit viel guter Laune und Hammer-Hits durch den Vormittag (10 bis 14 Uhr).

Nach der Geburt von Töchterchen Luisa im Dezember 2016 freut sie sich nun wieder auf euch und ein paar Stunden ohne Windeln und Brei. In ihrer ersten Woche On Air gibt Anke euch und uns Einblicke in ihre Elternzeit, ihr Zeitmanagement, um Mamasein und Beruf unter einen Hut zu bekommen und gibt euch private Einblicke in ihr Familienleben. Welcome back. Anke - wir freuen uns sehr.

Mama & Beruf Ankes private Einblicke

Ankes Tochter Luisa

Elternzeit = Kennenlernzeit

Wie sehr kann sich ein Mensch in einem Jahr verändern? Wenn es sein allererstes Lebensjahr ist, wie bei meiner Tochter Luisa, dann ändert sich eigentlich wöchentlich irgendetwas. Die Kleinen machen tausend Schritte nach vorn, innerhalb einer Rekordzeit. Die Entwicklung eines so kleinen Menschen geht rasant und als Mama kommt man da kaum hinterher. Auf einmal liegt da kein hilfloses Wesen mehr auf dem Rücken in seinem Beistellbett, sondern zieht sich an Deinem Bein hoch und steht mit seinen 70 Zentimetern neben Dir und fängt wenig später an, Regale auszuräumen. Irre! Begeisterung, Stolz, Liebe und Dankbarkeit kamen in all der Zeit bei mir hoch, wieder und wieder. Vor allem dankbar bin ich meiner Kleinen! Dafür, dass Sie mir so viel beigebracht hat. Nicht umgekehrt.





Anke geht spazieren

Und auf einmal macht Spazierengehen Spaß

Ich war nie der Typ für Spaziergänge, ich fand immer, dass das was für alte Leute ist. Etwas, das ich später mal mit 60+ anfange. Aber Spaziergehen mit Kinderwagen ist etwas Wunderbares. Vor allem, wenn man dabei zusehen kann, wie der kleinen Maus nach wenigen Metern die Augen schwer werden, bis sie irgendwann ganz zufallen. Ich habe in dieser Zeit auch Hamburg nochmal von einer ganz anderen Seite kennengelernt. Wie schön zum Beispiel der Ohlsdorfer Friedhof tatsächlich ist! Genau genommen, der – ironischerweise – lebendigste Friedhof den ich je gesehen habe! Die kleinen Seen dort, die Gänse und Schwäne und ihre Jungen im Frühjahr, hier steckt so viel Leben! Gerade dann, wenn der Friedhof im Frühling dabei ist, aufzublühen und eher wie ein XXL-Garten wirkt und nicht wie ein Friedhof. 

Umgefallener Baum

Im Oktober, als Herbststurm Herwart sich über Hamburg ausgetobt hat, sind meine Kleine und ich im Zick-Zack spazieren gegangen. Hier lag dieser Baum mitten im Weg  als wir in Wellingsbüttel den Alsterwanderweg entlang sind und es war nicht der einzige Baum an diesem Tag.

Das war übrigens in der Nähe des Kuhteiches. Kennt Ihr den? Also ich wusste lange Zeit gar nicht, dass wir überhaupt einen Teich bei uns in der Nähe haben. Mit Kind lernt man seine Welt eben noch einmal neu und von anderen Seiten kennen. In jeglicher Hinsicht ist Elternzeit gleich Kennenlernzeit.  

 





Was habe ich eigentlich gemacht, in der Zeit als ich weg war?

Ich war voll und ganz Mama. Wie mir aufgefallen ist, stellen sich darunter sehr viele (Nicht-Eltern) vor, dass man gemütlich zuhause ist, viel Zeit und nebenbei einfach ein Baby hat. In Wahrheit ist man sehr oft, sehr viel zuhause und entwickelt ein übersteigertes Mitteilungsbedürfnis. Zeit für sich hat man wenig bis gar nicht, weil das Baby Deine ganze Aufmerksamkeit einfordert. Anfangs dachte ich, wenn die Kleine schläft, wasche ich Wäsche, räume die Spülmaschine aus oder putze die Wohnung. Mit der Zeit habe ich das aufgegeben und mir selbst auch eine Pause oder Extra-Schlaf gegönnt. Spülmaschine ausräumen und Wäsche machen, das geht auch mit Baby und dann eben manchmal einhändig.  

"Mama sein" ist ein 24-Stunden-Job, vor allem mit einem Säugling der nachts genauso seine Bedürfnisse hat, wie tagsüber. Dank der Hormone fand ich es aber nie wirklich anstrengend, nachts aufzustehen wenn die Kleine hungrig war oder einfach Nähe gebraucht hat. Bestimmt haben da auch ein bisschen die Aufsteh-Gewohnheiten aus meinen Morning-Show-Zeiten geholfen…

Mein Tag hatte auf einmal so viel Struktur wie noch nie zuvor. Einfach weil ein kleines Kind seine geregelten Abläufe braucht. Aufstehen, Windeln machen, Essen, nochmal die Windel machen, Spazierengehen, Mittagsschlaf, Mittagessen. Das alles immer zu ziemlich genau der gleichen Uhrzeit, und der halbe Tag war schon wieder gelaufen. I





Kochen fürs Baby

Ich erinnere mich noch, wie ich beim Übergang von Muttermilch zu Breimahlzeiten unbedingt für Luisa kochen wollte. Einen riesen Aufwand habe ich betrieben, mit Biogemüse vom Wochenmarkt, Superspezial-Rezepten aus dem Babykochbuch und am Ende? Am Ende wurde mir alles ins Gesicht zurückgespuckt. Denn meine Kleine mochte anfangs nur Kürbis und der ist eben nur im Herbst frisch zu kriegen, und in kleinen Mengen am besten aus dem Gläschen. Thema "Kochen": erledigt!





Das richtige und falsche Spielzeug

Nächstes Thema: Spielzeug! Wie viele Spielzeugabteilungen habe ich leer gekauft in meinem Rausch der Begeisterung. Wo sind die Sachen nach und nach alle gelandet? Unterm Sofa, in Ecken, und generell: weit weg von Luisas Interesse. Das schönste Spielzeug, habe ich festgestellt, sind Dinge, die eigentlich kein Spielzeug sind. Luisa liebt unser Telefon.

Mittlerweile nimmt sie es sich, hält es sich ans Ohr und sagt sowas ähnliches wie "Hallo" oder sie drückt auf den Anrufbeantworter, der ihr dann sagt: "Keine neuen Nachrichten". Darüber freut sie sich so heftig, wie über nicht ein einziges Spielzeug das ich ihr je gekauft habe.





Was alles anders ist als es vorher war

Alles! Ein Kind bedeutet, dass alles andere in den Hintergrund rückt, an zweiter oder dritter, aber nicht mehr an erster Stelle steht.

Nach Feierabend mache ich mich nicht auf den Heimweg und lege zuhause die Füße hoch wie früher. Ich mache mich auf den Weg zur Kita, hole Luisa ab und wir machen Action zuhause bis die Kleine ins Bett geht. Erst dann beginnt der Feierabend. Und der dauert dann auch meistens gar nicht so lange, weil ich seit einiger Zeit sitzend vor dem Fernseher oder Laptop einschlafe.





Vollzeit oder Teilzeit?

Noch bin ich auf jeden Fall in der Eingewöhnungsphase von Vollzeitjob und "Mama sein". Ich denke es ist machbar, aber anstrengender als vorher. Meine Energie muss ich mir anders und sehr gezielt einteilen. Viele aus meinem Freundeskreis sind ursprünglich davon ausgegangen, ich gehe erstmal in Teilzeit und wundern sich jetzt wie ich das mit dem direkten Wiedereinstieg in den Vollzeit-Job hinkriege. Meine Antwort: "Keine Ahnung, aber das mache ich schon!" Teilzeit war für mich nie eine Option, weil ich glaube, dass mir das auf diese Weise noch schwerer fallen würde wieder reinzukommen. Ich mache lieber von 0 auf 100, als von 0 auf 50 und dann auf 100.

Hey, Mamas! Ihr schafft das!

Ich möchte allen Mamas unbedingt Mut machen. Ihr schafft das! Sicher gibt es anfangs keine schwierigere Vorstellung als die, Job und Kind gerecht zu werden, am liebsten und besten natürlich beidem zu 100 %. Aber es ist machbar, vor allem mit der entsprechenden Freude an beidem. Als Mama mit Job ist man auch perfekt ausgelastet! Man strengt bei der Arbeit seinen Kopf an und setzt sein Talent ein, und zuhause macht der Kopf erstmal wieder Pause und man konzentriert sich auf die natürlichen Bedürfnisse seines Kindes und lässt sich oft nach einem stressigen Tag von seinem Kind auch wieder runterbringen.

Dafür reicht ja oft schon ein Lachen, aus lauter Freude, dass Mama sie aus der Kita abholt. Sicherlich ist das der Idealfall und nicht immer so. Es gibt auch Abende, da weint die Kleine und quengelt, weil auch sie einen anstrengenden Tag mit vielen Eindrücken in der Kita hatte. Dann wünsche ich mich als Mama einfach nur ins Bett oder in eine ruhige Ecke. Aber ich weiß, dass ich mich trotzdem auf den nächsten Tag freue, wo Luisa morgens vor sich hin plaudernd in ihrem Bettchen sitzt und die pure Freude bei ihr ausbricht, wenn ich zu ihr ins Zimmer komme und „Guten Morgen“ sage.  





Ein Blick hinter die Kulissen  

Meine erste Woche ON AIR und ich bin einfach nur happy, wieder zurück in meinem Job zu sein. Endlich wieder laut Musik hören im Studio! Zuhause oder unterwegs im Auto mit Kind achtet man ja immer auf eine angepasste Lautstärke. Mein Tag beginnt mit der Sendungsvorbereitung, erstmal einen Überblick darüber verschaffen, worüber Hamburg heute spricht und was Hamburg heute bewegt. Dann den Sendeplan checken (für uns sowas wie in der Schule der Stundenplan) und meine Musikmoderationen vorbereiten.

Ich will Euch ja keinen alten Kram über Rita Ora, Avicii oder Justin Bieber erzählen, sondern das Neueste und das, was Ihr nicht schon irgendwo im Netz gelesen habt. Ab 10 bin ich dann im Studio und die Sendung läuft, da ist auch nach Jahren immer ein wenig Adrenalin dabei kurz bevor das Mikro angeht. Ich finde, das muss auch so sein, damit der Job "Radio" niemals seinen Zauber verliert.

Schön wieder zurück zu sein, und an Euch als Hörer von Radio Hamburg ein dickes Danke, dass Ihr Euch auch freut und ich wieder für Euch senden darf. Wir hören uns von Montag bis Freitag von 10 bis 14 Uhr.





Anke schreibt:

Hurra! Radio Hamburg, ich bin wieder da!

Anke wieder bei Radio Hamburg

14 Monate Elternzeit sind vorbei und ich bin wieder zurück im Sender.

Ich weiß noch, als ich meinen Radio-Hamburg-Kollegen im Oktober 2016 gesagt habe, dass ich im Februar 2018 (!) wieder zurück bin. Das hat sich angehört wie eine Ewigkeit. Diese Ewigkeit ist für mich vergangen wie im Flug. Gefühlt war ich gar nicht so lange weg, aber dafür sehr weit weg. Ich kam in den Sender und es fühlte sich an, als wäre ich in einem längeren Urlaub gewesen und vor allem: als wäre ich nur zu Besuch hier. Ich kam ja aus einer völlig anderen Welt, vom "Babyplaneten" zurück auf die Erde.

So viel Altes, so viel Neues! Ich bin ab sofort nicht mehr in der Morning-Show, sondern übernehme den Radio Hamburg Vormittag von 10 bis 14 Uhr. Auf diese neue Herausforderung freue ich mich sehr. Es ist wie ein neuer Job, aber ich darf die alten Kollegen behalten. Besser geht’s ja nicht!

Erste Stolpersteine

Allerdings bin ich an meinem ersten Tag auch schnell den ersten Hindernissen begegnet, angefangen in der Spitalerstraße 10 vor unserer großen Eingangstür: wie war nochmal der Türcode?

Wie war der Türcode?

Den habe ich mir zum Glück irgendwann mal im Handy abgespeichert. Weiter ging es im Aufzug. Drücke ich auf die "2" oder die "3"? Nachdem ich die "2" gedrückt habe und die Türen des Aufzuges sich öffnen, wird mir schnell klar: falsches Stockwerk! Radio Hamburg war schon immer im dritten Stock. Wie kann man sowas nach etwas mehr als einem Jahr vergessen?

Im Sender ist das "Hallo" groß und die Freude alle wiederzusehen mindestens genauso. So viele Umarmungen, so viele lachende Gesichter. Hey, die freuen sich alle wirklich, dass ich wieder da bin. Ein schönes Gefühl! Nur, wo ist mein Arbeitsplatz? An meinem alten Schreibtisch sitzt mittlerweile jemand anderes und auch meine alte Telefondurchwahl funktioniert nicht mehr, die Nummer läuft ins Leere. „Anruf fehlgeschlagen“, sagt mir mein Handy als ich probiere, mich selbst im Sender anzurufen. Ich beschließe, dass ich erstmal einen Kaffee brauche, damit wenigstens irgendetwas so ist wie es immer war.

 

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  In den nächsten Tagen lest ihr hier immer wieder neue Storys aus Ankes Elternzeit und erneutem Start ins Berufsleben. Viel Spaß damit!