Radio Hamburg

So soll der Verkehr zukünftig durch Hamburg rollen

Verkehrssenator Anjes Tjarks im exklusiven Radio Hamburg Interview

Hamburg, 23.06.2020
Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks bei Antrittsrede in der Verkehrsbehörde

Anjes Tjarks bei seiner Einführung als neuer Hamburger Verkehrssenator.

Hamburg hat einen neuen Verkehrssenator. Im Interview erklärt grünen Politiker Anjes Tjarks seine Pläne für den Hamburger Verkehr der Zukunft.

Grünen-Politiker Anjes Tjarks ist seit Mitte Juni der Mann in Hamburg für Verkehr und die Mobilitätswende. Unter dem 39-Jährigen soll Hamburg möglichst zügig den Sprung zu einer fahrrad-, umwelt- und ÖPNV-freundlicheren Stadt schaffen. Im exklusiven Radio Hamburg Interview stand Hamburgs neue Verkehrssenator Reporterin Carolina Kolpin Frage und Antwort zu den Themen Baustellen, Radverkehr, Ausbau des HVVs oder dem Verlust von Parkplätzen in der Stadt.

Mehr Menschen sollen Bus und Bahn benutzen

Wichtiges Zeil des grünen Verkehrssenators: Noch mehr Menschen sollen Busse und Bahnen in Hamburg benutzen. Mit einem Maßnahmenpaket sollen hier die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Bahnen sollen noch zuverlässiger werden. Unter anderem sollen durch Baumschnitt und Einzäunungen die Bahnen seltener ausfallen und die Pünktlichkeit durch Digitalisierungsmaßnahmen verbessert werden. Zudem soll mehr Geld in den Erhalt von wichtiger Infrastruktur wie beispielsweise Weichen fließen.

Mobilitätswende für Hamburg

Der Verkehr habe laut Tjarks in den letzten 10 Jahren in Hamburg um 40 Prozent zugenommen. Was das bedeutet, erlebt beinahe jeder Hamburg tagtäglich am eigenen Leib: Volle Straßen, Staus, aber auch volle Busse und Bahnen. "Für den gewachsenen Verkehr haben wir aber immer nur die gleiche Fläche zu Verfügung. Wir sind aber eine weiterhin wachsende Stadt. Es wird also zukünftig nur dann möglich sein, Hamburg mobil zu halten, wenn jeder einzelne Verkehrsteilnehmer weniger Fläche einnimmt", so der Senator. Deshalb sei die Mobilitätswende für die Stadt so wichtig - auch für die Autofahrer. Wichtig sei hier aber auch eine funktionierende Baustellekoordination, die noch verbessert werden muss. Zu glauben, dass man dadurch aber alle Verkehrsprobleme lösen könne, sei aber auch falsch. Fakt sei laut Tjarks einfach, dass "es zu viel Verkehrsleistung auf zu geringer Fläche gibt und die Fläche in Hamburg nicht erweiterbar ist."

Mehr Verkehrskontrollen an wichtigen Punkten

Ob zukünftig auf allen Hauptverkehrsstraßen in Hamburg Tempo 50 gelten soll und auf allen anderen Straßen Tempo 30, darauf will sich Tjarks nicht festlegen. Er betont aber: "Da wo Tempo 50 ist, muss auch Tempo 50 gefahren werden. Es ist deshalb wichtig, dass an diesen Stellen die Verkehrskontrollen ausgeweitet werden. Das gilt für Tempo 30 Zonen natürlich genauso." Dies verbessere die Verkehrssicherheit, die Luftverschmutzung und führe dazu, dass der Verkehr entspannter rolle.

Wie viele Parkplätze müssen verschwinden?

"Ehrlicherweise kann man das nicht sagen", so Tjarks auf die Frage nach dem Abbau von Parkplätzen in der City. Momentan habe man aber gerade in der Innenstadt die Situation, dass es in den Hamburger Parkhäusern eigentlich immer Platz geben, außer an den Adventswochenenden. Es gäbe durchaus aber Ziele in einer autoarmen und lebenswerten Innenstadt die Zahl der Straßenparkplätze zu reduzieren. Hier sei es am Ende aber immer eine Abwägung zwischen fließendem Verkehr, Radverkehr, Fußgängern und dem obersten Gebot gut durch die Stadt zu kommen.

Günstiges HVV-Ticket in den Sommermonaten

Für alle, die ihren Sommer in Hamburg wegen der Coronakrise verbringen müssen, hat Tjarks noch ein kleines Goodie im Gepäck. Ab Freitag (26.06.) soll es eine vergünstigte 11-Uhr-Tageskarte geben, auf der ein weiterer Erwachsener und bis zu drei Kinder mitgenommen werden können. Und auch Proficard-Inhaber können ab dann nicht nur am Wochenende, sondern auch unter der Woche ab 11 Uhr den Partner und drei Kinder mitnehmen. Diese Tickets wird es allerdings nur online in der App zu kaufen geben. "Das geht bis Cuxhaven an die Nordsee, das geht bis in den Heidepark Soltau, das geht aber auch fast bis an die Ostsee nach Lübeck-Travemünde", so Tjarks. Aber auch umgekehrt können die Schleswig-Holsteiner und Niedersachsen so auch einfacher nach Hamburg kommen.

Wo Anjes Tjarks Hamburgs Verkehr in fünf Jahren sieht, ob es in Hamburg im Sommer noch mehr Pop-Up-Fahrradwege geben wird und wo man in den Sommerferien am besten mit dem Rad hinkommt, hört ihr jetzt auch in dem gesamten Interview hier direkt zum Nachhören.

Hamburgs neuer Verkehrssenator Anjes Tjarks im Radio Hamburg Interview

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