Radio Hamburg

Weniger Lebensmittelverschwendung

Das steckt hinter Foodsharing

Hamburg, 10.05.2019
Essen in Mülltüte

Täglich werden in Deutschland Tonnen an Lebensmittel weggeworfen, die eigentlich noch genießbar wären. Der Verein Foodsharing will das beenden.

Unfassbare 90 Millionen Tonnen Lebensmittel wanderten laut der EU-Kommission im Jahr 2013 in der gesamten europäischen Union in den Müll. Pro Haushalt waren das umgerechnet Lebensmittel im Gegenwert von 50 Euro pro Monat, die einfach so im Müll landeten. Weltweit wurden 2013 übrigens 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel ungeöffnet und unverzehrt weggeworfen. Doch das muss nicht sein!

Containern ist strafbar, teilen nicht

Die Lebensmittel einfach aus dem Müll zu fischen, also zu containern ist nicht erlaubt. Die Tonnen gehören den Supermärkten und Privatpersonen und wer daraus etwas entwendet, und sei es nur Müll, der begeht Diebstahl. Lebensmittelmüll ein Ende setzen und Lebensmittel zu retten – ganz legal – das hat sich der Verein Foodsharing zur Aufgabe gemacht. Auch in Hamburg gibt es ein Team, das während Birgits Bio Projekt erläutert hat, was hinter dem Projekt steckt.

Was steckt hinter Foodsharing?

Foodsharing funktioniert im Prinzip wie jede andere Tauschbörse. Es gibt auf einer Online-Plattform beispielsweise verschiedene Arten von Essenskörben, die angeboten werden. Interessiert man sich für einen der Körbe, kann man diesen direkt abholen. Auf der anderen Seite kann man selbstverständlich auch selbst Essenskörbe anbieten. Betrieben wird die gesamte Plattform von ehrenamtlichen Helfern, die sich auf die Fahne geschrieben haben Lebensmittelverschwendung einfach und schnell zu bekämpfen, indem möglichst viele Lebensmittel vor der Mülltonne gerettet werden.

Wie kann man mitmachen?

Mitmachen darf selbstverständlich jeder! Dazu meldet man sich einfach unter foodsharing.de an. Daraufhin bekommt man eine kurze Food-Safer-Ausbildung, um noch gute von bereits verdorbenen Lebensmitteln unterscheiden zu können. Nach der Ausbildung kann man dann die Lebensmittelbörse einsehen und Lebensmittel von Supermärkten, Restaurants, Privatpersonen oder Bäckereien abholen, die sonst in den Müll wandern würden. Was man letztlich mit den abgeholten Lebensmitteln macht, ist jedem Food-Sharer selbst überlassen.

Öffentliche Kühlschränke in Hamburg

Hat man aber zu viel Lebensmittel "gerettet", gibt es in Hamburger mehrere Fair-Teiler, öffentliche Kühlschränke und Regale, in denen man seine Lebensmittel lagern kann. Andere Food-Sharer können sich diese dann abholen. Selbstverständlich nur Lebensmittel, die man auch selbst noch verzehren würde. Foodsharing sieht sich dabei ausdrücklich nicht als Konkurrenzangebot zur Hamburger Tafel, sondern eher als Erweiterung. Es gilt nämlich immer die Devise: Tafel first. Das heißt, dass die Tafeln, die die Lebensmittel ja an Bedürftige geben, immer die ersten in der Verwerterkette sind und erst dann die Food-Sharer folgen, denen es prinzipiell darum geht Lebensmittel zu retten, egal wer sie am Ende bekommt.

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