Radio Hamburg

Großer Klimasünder

Tipps zur Plastik-Vermeidung im Alltag

Haufen von Plastikmüll und Verpackungsmüll

Schätzungen gehen davon aus, dass 2050 mehr Plastik in den Ozeanen ist als Fische. 

Nichts gefährdet die Umwelt so sehr wie Kunststoffe. Wir zeigen euch ein paar Tipps, wie man es im Alltag so gut es geht vermeidet!

Victor Vescovo - dieser Name schrieb Geschichte. Noch nie zuvor ist ein Mensch so tief ins Meer hinabgetaucht. Der US-Amerikaner tauchte im Marianengraben mit dem Unterseeboot DSV Limiting Factor  10.928 Meter. Das sind 16 Meter tiefer als der bis dahin geltende Rekord aus dem Jahr 1960. Doch die aus insgesamt fünf Tauchgängen bestehende Expedition brachte auch trauriges zutage: Neben drei bis dahin unbekannten Tierarten fand der Forscher auch Müll in Form einer Plastiktüte, ein Zeichen für ein Problem, was eine immer größere Herausforderung darstellt. 

Globales Problem

Von den jährlich 260 Millionen Tonnen an verbrauchten Plastik-Müll sind ca. 150 Millionen Tonnen kurzlebige Artikel wie Tüten, Wegwerfbecher, Trinkhalme, Folien oder Einwegflaschen. Der Rest besteht aus Artikeln mit langer Haltbarkeit wie Rohre, Fensterrahmen und Autoteile (Bsp.: Stoßstangen). Ein Ende der Entwicklung ist nicht in Sicht. Trotz Versuche der Regulierung wird sich der Müllberg bis 2030 fast verdoppeln. Als Problem stellt sich hierbei das Recycling heraus: Nur knapp 16 % bzw. 40 Millionen Tonnen an Plastikmüll wird recycelt. Der Rest wird entweder verbrannt, landet in Deponien bzw. in illegalen Müllkippen oder unkontrolliert im Ozean. Dabei ist die konkrete Menge an Plastik in den Meeren schwer zu ermitteln. Man geht davon aus, dass ca. jede Minute eine komplette LkW-Ladung ins Meer geschüttet wird.

Gefahr Mikroplastik

Weitere Schwierigkeiten bereitet in diesem Zusammenhang das sogenannte Mikroplastik. Zwar zersetzen Sonne, Wind und Salzwasser Plastikteile, dennoch bleiben Reste zurück (sekundäres Mikroplastik). Als primäres Mikroplastik bezeichnet man extra für Produkte hergestellte Plastikkügelchen. Beide Arten gelangen in den Organismus von Meerestieren und durch Verzehr auch in den des Menschen. Die Auswirkungen, die das auf den menschlichen Körper hat, sind bis heute nicht abschließend geklärt.  

Was kann ich dagegen tun? Wir haben ein paar Tipps zusammengestellt, wie man im Alltag Plastik vermeiden kann. Klickt euch durch!

Tipps zur Plastik-Vermeidung im Alltag

Auf Werbung verzichten: Der Sticker "Keine Werbung" auf Briefkästen schont nicht nur Papier, auch Prospekte in Plastik-Folien werden dadurch vermieden.





Immer genau hinsehen: Statt Produkte gleich wegzuwerfen, immer noch einen prüfenden Blick auf den Gegenstand werfen. Vielleicht lässt es sich reparieren oder man kann es anderweitig wiederverwerten.





Bevor man Mineralwasser trinkt: Öfter mal zum Leitungswasser greifen. Auch das ist genießbar.





Küchengeräte aus Holz oder Edelstahl: Rührlöffel, Salatbesteck oder Schneebesen sind so nicht nur umweltfreundlicher, sie halten in der Regel auch länger. 





Selber kochen: Macht nicht nur Freude, man lebt auch gesünder und es erspart sich den Verpackungsmüll, den Fertigprodukte produzieren. 





Mit plastikfreiem Spielzeug für Kinder muss deswegen keiner auf Lego und Co. verzichten: Gebraucht lässt es sich auch gut benutzen, außerdem gibt es preisgünstige Alternativen aus Holz oder Stoff.





Essen und Kaffee-to-go: Mehr und mehr Cafes geben auf selbst mitgebrachte Becher sogar Rabatte. Auch Imbisse füllen gerne in selbst mitgebrachte Behälter ab. 





Zwar findet man wenig Outdoor-Kleidung ohne Plastik, dennoch gibt es Produkte aus Merino-Wolle oder gewachste Textilien aus Baumwolle. 





Lose einkaufen: Immer mehr Städte bieten Unverpackt-Läden an, in denen man ohne Plastik- oder Einwegverpackungen einkaufen gehen kann.





Stoffbeutel statt Plastiktüte: Neben ein paar Cent verzichtet man bei einem Einkaufsnetz oder Stoffbeutel auch auf eine kurze Haltbarkeit. 





Sogar auf dem Fensterbrett oder kleinen Balkon möglich: Bevor man es kauft, kann man Obst und Gemüse auch selber anbauen.





Geht es um Hygiene, kann man es auch ohne Plastik versuchen: Mit einem Rasierhobel aus Edelstahl, einer Zahnbürste aus Holz oder Toilettenpapier aus einem umweltfreundlichen Karton macht man garantiert nichts falsch.





Müll ordentlich trennen: In keinem Land der EU wird Plastik so viel verbraucht, wie in Deutschland. Umso wichtiger ist es, den Müll ordentlich zu trennen, damit er wiederverwertet werden kann. 





Mehr Nachrichten hört ihr auch in unserem Nachrichten-Podcast!